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Nach der Geburt · Beckenboden

5 Sätze über die Rückbildung, die du nicht mehr glauben solltest

„Das gibt sich mit der Zeit." „Der Rückbildungskurs müsste reichen." Diese Sätze hören Mütter ständig, und sie halten sie davon ab, etwas zu ändern. Was dahintersteckt.

Ria, Trainerin & Ernährungsberaterin · Power Place Pulheim
Von RiaExpertin vor Ort
Trainerin & Ernährungsberaterin · Power Place Pulheim
★★★★★4,9 / 5aus 125+ echten Bewertungen

Über kaum eine Zeit im Leben einer Frau kursieren so viele Halbwahrheiten wie über die Monate nach einer Geburt. Das Problem: Die meisten sorgen dafür, dass Mütter abwarten, obwohl gerade jetzt viel möglich wäre. Hier sind die fünf hartnäckigsten Sätze, und was stimmt.

Eine Mutter liegt auf der Matte, die Beine senkrecht mit einem Ball zwischen den Füßen, ihr Baby krabbelt auf ihrem Bauch, die Trainerin kniet daneben
Mythos #1

„Bis zu sechs Monate ist das normal, das gibt sich."

Was stimmt

Ein Teil gibt sich wirklich: Der Beckenboden ist Muskulatur und erholt sich auch ohne Training, allein durch das, was du im Alltag bewegst. Nur langsamer und nicht so weit, wie er könnte. An den Rest gewöhnt man sich, bis das neue Körpergefühl normal wirkt. Die sechs Monate sagen etwas über die Wartezeit, nichts über deinen Körper.

Vier Personen halten im Kursraum den Vierfüßlerstand mit ausgestrecktem Arm und Bein
Mythos #2

„Der Rückbildungskurs ist durch, dann müsste es reichen."

Was stimmt

Der Kurs im Wochenbett legt die Grundlage, und er ist richtig. Danach hört die Belastung aber nicht auf, sie fängt erst an: Tragen, Heben, Aufstehen mit Kind auf dem Arm, meist einseitig und über Stunden. Ein Kind wird schwerer, nicht leichter.

Eine Mutter sitzt auf der Vibrationsplatte und stemmt lachend ihr Baby nach oben, die Trainerin trainiert ihr gegenüber mit
Mythos #3

„Ich müsste erst jemanden für die Betreuung finden."

Was stimmt

Daran scheitern die meisten Termine, und zwar bevor sie überhaupt im Kalender stehen. Dreißig Minuten Training, mit Fahrt bist du etwa eine Stunde weg: Das passt zwischen zwei Stillzeiten oder in die Zeit, die dein Partner mit dem Kind hat. Und wenn niemand da ist, kommt dein Kind mit in den Raum.

Du willst wissen, wo dein Körper gerade steht? Deine persönliche erste Stunde gibt dir Klarheit.

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Vier Frauen stehen im Kursraum im Krieger II, die Arme weit ausgestreckt
Mythos #4

„Zeit für mich zu nehmen ist egoistisch."

Was stimmt

Eine halbe Stunde für dich nimmt deinem Kind nichts weg. Sie gibt dir die Kraft zurück, die es den ganzen Tag von dir bekommt. Für dich zu sorgen macht dich nicht zur schlechteren Mutter.

Eine Trainerin kniet neben einer Teilnehmerin und korrigiert mit der Hand ihre Position im herabschauenden Hund
Mythos #5

„Ich stelle mich an, andere kommen doch auch klar."

Was stimmt

Kaum eine redet darüber, deshalb wirkt es, als wärst du die Einzige. Nach Angaben der AOK holen sich über 70 Prozent der betroffenen Frauen im ersten Jahr nach der Geburt keinen Rat, aus Scham oder weil sie es für einen normalen Teil des Mutterseins halten. Was du spürst, ist eine Beobachtung an deinem Körper und keine Empfindlichkeit.

Eine Mutter steigt auf die Vibrationsplatte, die Trainerin hockt daneben bei ihrem Kleinkind
Der Unterschied zum Studio um die Ecke: Dein Kind ist im selben Raum, und jemand sieht, wie du die Spannung hältst.
> 70 %

der betroffenen Frauen fragen im ersten Jahr nach der Geburt niemanden um Rat. Nicht, weil es ihnen egal wäre.

Wie du anfangen kannst

Angefangen wird immer gleich, mit einer einzelnen Stunde im Studio. Vorher weiß niemand, was dein Körper gerade verträgt und was in deine Woche passt, und ohne das ist jeder Plan geraten. Was danach kommt, entscheidest du in Ruhe.

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* Die Angabe zu den über 70 Prozent stammt von der AOK: „Über 70 Prozent aller Frauen, die im ersten Jahr nach der Geburt unter einer Inkontinenz leiden, fragen ihren Arzt nicht um Rat." (aok.de, „Inkontinenz nach Geburt: Das können Sie tun", 19.04.2022). Als Gründe nennt die AOK Scham und die Annahme, das gehöre zum Muttersein dazu. Aussagen zu Training nach der Geburt sind allgemeiner Natur und ersetzen keine ärztliche oder hebammenfachliche Beratung. Beginne bitte erst nach Freigabe durch deine Ärztin oder deine Hebamme.